„Ich begann zu laufen, weil meine Freundin ihre Verlobung aufgelöst hat.“

Micky Sofer (32) kommt aus New York. und arbeitet als Anästhesitin in einem Kinderspital. Wir haben Micky, deren Lieblingsläuferin oder Lieblingsläufer jeweils die Person ist, welche gerade neben ihr läuft, zum Laufgespräch getroffen. 

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Micky, was magst du am meisten am Laufen?

Die Geräusche, welche die Laufschuhe auf dem Asphalt machen. Und ich mag die frische Luft. Ich mag, dass es keine Regeln gibt. Nur mich. Und ich kann so schnell, so langsam, so weit laufen, wie ich will. Ich mag die Community der Läufer, welche überraschenderweise überall sehr unterstützend ist. Am meisten mag ich aber das Gefühl danach. Der Moment, wenn du durchatmest und zugleich voller Energie und müde bist. Und dann an Ice-Cream denkst.

Wie wurdest du zur Läuferin?

Ich begann zu laufen, weil meine Freundin ihre Verlobung aufgelöst hat. Im Prozess danach zu heilen und sich wieder zu finden hat sie mir geschrieben: „Lass uns mit Laufen beginnen.“ Da ich eine gute Freundin und Fast-Trauzeugin war, sagte ich ja. Und so sind wir die nächsten paar Monate „zusammen“ gerannt. Da wir in verschiedenen Städten wohnen haben wir uns Nachrichten hin und her geschickt, uns angefeuert und über unsere Fortschritte informiert. 7 Monate nach dieser ersten Message sind wir unseren ersten Halbmarathon gelaufen. In Disney World, mit TuTus…

Wie sieht deine Trainingsplanung aus?

Ich habe nicht wirklich eine Routine. Ich habe keine geregelten Arbeitszeiten oder Lebens-Stundenplan. Ich versuche vor der Arbeit zu laufen an den Tagen, wenn ich später arbeiten muss. Sonst laufe ich am Nachmittag. An den Wochenende sind es typischerweise lange Morgenläufe. Normalerweise laufe ich drei bis viermal die Woche, wenn es das Leben erlaubt. 3-4 Meilen an Wochentagen, 6 – 8 Meilen an den Wochenenden.

Was ist deine Lieblingsstrecke?

New York City, Central Park. Hier habe ich gelernt zu Laufen. Da laufe ich mit dem Familien Pudel Charlie. Hier laufe ich am meisten, am besten, am schlechtesten und am härtesten. Central Park hat mir die härtesten Herausforderungen gegeben (welche natürlich auch die grössten Erfolge sind). Von meinem ersten Mal rauf zum Cat Hill und Harlem Hill, zum ersten Mal, als ich den 6 Meilen-Loop beendete. Und natürlich die letzten Meilen meines ersten Marathons. Und jedes Mal wenn ich im Central Park laufe, sehe ich etwas Neues und Schönes. Ganz egal, wie manchmal ich dort schon lief. Manchmal stoppe ich und schiesse ein Foto. Und manchmal habe ich einfach nur einen Wow-Moment.

Was ist dein Lieblingstraining?

Ich mag alles, das mit Wasser zu tun hat. Mein Lieblingstraining ist wahrscheinlich Schwimmen. Ich komme aber leider nur selten dazu dies zu tun. Ich mag auch Scuba Diving. Beide Sportarten haben mich gelernt kontrolliert zu atmen. Ich mag auch Yoga, aber auch da mache ich leider nicht genug.

Läufst du alleine oder mit Freunden?

Normalerweise laufe ich alleine, ab und zu mit Freunden. Ich mag die Ablenkung wenn ich mich mit ihnen unterhalte und die Tempowechsel , die es gibt, wenn man mit jemandem läuft. Mit Freunden zu Laufen erinnert auch daran, nicht zu schnell zu laufen. Mein Lieblings-Running-Buddy ist aber Charlie, unser Puddel.

Bist du Mitglied in einer Laufgruppe?

Ich bin eine Stolze NYRR (New York Road Runner) und bin dort Mitglied seit ich 2012 mit Laufen begann.

Hast du Vorbilder beim Laufen?

Ich möchte einfach diese tolle Person sein, die versucht noch toller zu werden. Was das für mich auch immer bedeutet.

Wie organisierst du dein Training?

Ich habe mit den Trainingsprogramm von den NYRR bei der Vorbereitung für Halbmarathon und Marathon gearbeitet. Das hat geholfen mein Training zu strukturieren. Das Training zwischen lange Arbeitszeiten und schlechte Angewohnheiten rein zu bringen ist etwas, das ich immer noch verbessern kann.

Hörst du beim Laufen Musik?

Ich höre fast immer Musik. Etwas aufputschenden und einem Beat, der zu meinem Laufschritt passt. Ich höre Stationen auf Amazon Prime Music oder Pandora. Die Musik ist verschieden. Auch meine Stimmung bestimmt, was ich höre. Ich bin immer offen für neue Musikvorschläge.

Zeichnest du deine Läufe mit einer App oder einer GPS-Uhr auf?

Ich habe immer mein Telefon auf mir und benutze MapMyRun. Ich bin aber nicht so mega auf diese Apps fokusiert wie andere Läufer. Aber ich mag es, wenn ich am Ende die Distanz kenne. Und während des Trainings will ich wissen, wie weit und wie schnell ich lief. Und wie ich mich dabei fühlte.

Was hat dich das Laufen gelehrt?

Ich habe gelernt wieder farbige Kleider zu tragen. Auch Spandex. Bei der Arbeit und im Leben hatte ich Farben aufgegeben. Laufen hat mir geholfen diese Farben wieder zu finden und diese mit Selbstbewusstsein zu tragen. Plötzlich hiess es für mich wieder: „1. Wear neon. 2. Lace up Pink sneakers. 3. Go for a run.“

Welche Ziele hast du beim Laufen?

Ich möchte Laufen zur Gewohnheit werden lassen. Ich will eine Routine entwickeln und diese leben. Und natürlich offen sein, mich stetig zu verbessern. Ein bisschen schneller, ein bisschen weiter. Aber vor allem will ich meine Läufe geniessen, mich nicht verletzen und jeden meiner Läufe auf meinen beiden Beinen beenden. Und vielleicht auch wieder mal einen Marathon laufen. Aber das ist noch nicht entschieden.

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