„Ich habe gelernt meine Gedanken zu verlangsamen.“

Janna Levy (34) wohnt in Austin. Wir haben die Audit Managerin zum Laufgespräch getroffen.

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Janna, was magst du am meisten am Laufen?

Ich liebe Laufen aus verschiedenen Gründen. Wenn ich laufe, dann fokusiere ich mich darauf, wie sich mein Körper anfühlt und geniesse die Welt rund um mich. Das erlöst meinen Kopf vom Lebensstress. Ich mag es, dass man überall laufen kann und Teil einer globalen Bewegung ist. Und selbstverständlich mag ich die possitiven Effekte, welche es auf meine physische und emotionale Gesundheit hat.

Wie wurdest du eine Läuferin?

Ich war ehrlich gesagt nicht gross interessiert an Fitness. Als ich dann mit meiner besten Freundin ein 5 Kilometer-Rennen „lief“ und dabei trotz gehen-laufen es nur knapp schaffte, realisierte ich, dass ich mehr trainieren sollte. Ich begann mit Fitness, 2 – 3 Abende pro Woche. Aber das hat mir nicht zugesagt. Als diese Minimalisten-Schuh-Welle begann, las ich das Buch „Born to Run“ und war fasziniert davon, dass auch ich eine Läuferin werden könnt.

Ich bewegte mich aus dem Fitness-Center hinaus in die Natur und begann langsam die Laufdistanzen aufzubauen. Ich liebe es draussen zu sein und wie sich meine Gedanken auf die Umwelt konzentrieren, statt sich mit der physischen Belastung auseinander zu setzen. Innert ein paar Monaten konnte ich es kaum erwarten auf den nächstne Lauf zu gehen. Und nun, 5 Jahre später, fühlt sich ein Tag ohne Lauf oder Training  nicht komplett an.

Wie sieht dein Lauftraining aus?

Zuerst starte ich mit der Wetterprognose und der Auswahl der richtigen Kleidung. Das Wetter in Austin, TX variiert stark von Tag zu Tag. Es ist normal, dass sich die Temperaturen von gestern auf heute um 15 Grad verändern können. Vor jedem Lauf mache ich leichtes Stretching und laufe dann los. Während des Laufs konzentriere ich mich auf meine Lauftechnik, meine Atmung (ich habe leichtes Asthma, dass wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in Austin manchmal stärker wird) und auf meinen Puls. Nach dem Lauf stretche ich meistens. Und dann geht es darum Flüssigkeit zu sich zu nehmen und die Energie mit Essen zuzuführen.

Hast du eine Lieblingsstrecke?

Es gibt viele tolle Orte in Austin, TX. Ich laufe meine langen Runden auf dem Town Lake Trail. Der ist 16 Kilometer lang und führt um einen See. Das ist ein fantastischer Ort zu laufen, mit schöner Aussicht. Es gibt dort auch Trinkbrunnen und Toiletten. Und Brücken, damit man einfach mit den Distanzen varieren kann.

Was ist dein Lieblingstraining?

Lange Läufe an einem klaren und kühlen Tag. Wenn ich könnte, würde ich jeden Tag stundenlang laufen. Ich mag auch mein X-Training. Yoga, um meinen ganzen Körper zu stretchen, Gleichgewichtsübungen und Training für meinen Geist, um im Moment zu sein. Von mir aus ist „im Moment sein“ am meisten unterschätzt bei Läufern. Pilates hilft mir meine Rumpf zu stärken.

Läufst du alleine oder mit Freunden?

Beides. Ich bin in zwei Trainingsgruppen aktiv. Die helfen mir mit Ratschlägen, Technik und Motivation. Das ist auch, wo ich meine engsten Freunde kennengelernt habe. Meine kurzen Morgenläufe mache ich meistens alleine in meiner Nachbarschaft. Meine langen Läufe mache ich entweder mit Freunden oder alleine. Wir starten meistens die langen Läufe als Gruppe. Aber Distanz und Tempo reissen die Gruppe zum Schluss meistens ein bisschen auseinander.

Bist du Mitglied einer Laufgruppe?

Ich bin in zwei Clubs: Austin Runners Meetup und No Excuses Running.

Hast du Vorbilder im Laufen?

Emma Coburn, die amerikanische Olympiamedaillengewinnerin von Rio im Steeple-Rennen. Sie ist eine unglaubliche Athletin und lebt ihre Liebe zum Laufen im abenteuerlichsten aller Bahn-Rennen.

Wie organisierst du dir deine Trainingszeit?

Mein wöchentlicher Trainingskalender ist normalerweise ähnlich. 16 Kilometer oder länger einmal pro Woche, meistens am Samstag. Tempoläufe mit der Trainingsgruppe ebenfalls einaml pro Woche. Dazu einmal pro Woche Hügelläufe mit der Gruppe. 2 Mal pro Woche laufe ich 6 – 7 Kilometer locker am Morgen. danach gibt es Pilates, Gewichtheben oder Yoga. Und dann gibt es noch einen Tempolauf einmal pro Woche mit einem Laufpartner. Meistens habe ich einen, evtl. zwei Ruhetage pro Woche. Je nachdem was mein Körper verlangt.

Hörst du beim Laufen Musik?

Nein, das habe ich noch nie gemacht. Ich bevorzuge es auf meine Körper zu hören. Und auf meine Umgebung.

Zeichnest du deine Läufe mit einer App oder GPS-Uhr auf?

Ich habe eine Garmin-Uhr und lade alle läufe mit der Garmin Connect App rauf.

Was hat dich das Laufen gelehrt?

Ich habe gelernt meine Gedanken zu verlangsamen, auf meine Körpfer zu hören und mir meiner Umgebung bewusst zu sein.

Ich habe zudem gelernt, dass Gesundheit mehr als nur Laufen ist. Gesundheit ist auch sich richtig zu ernähren und mein Training zu varieren, um meinen Körper zu stärken.

 Hast du Ziele beim Laufen?

Meine Ziele sind wie bei den meisten Läufern: Lauf schneller, lauf weiter. Ich habe zwei Marathons gefinisht. Und jetzt möchte ich die 4 Stunden-Marke brechen. Hoffentlich in den nächsten 2-3 Jahren. Der Austin Marathon ist bekannt, weil er recht hügelig und dadurch recht fordernd ist. Ich möchte ihn 2018 oder 2019 laufen.

 

 

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