„Ich laufe für andere, denen es nicht so gut geht.“

Holger Hüfner lebt in der Näche von Frankfurt und arbeitet bei der Berufsfeuerwehr. Wir haben den Läufer, der Familien mit unheilbar erkrankten Kindern im Main Kinzig Kreis unterstützt, zu einem Laufgespräch getroffen.
Auf seinem Blog und den Social Media-Kanälen findet Ihr mehr zu Holger und seinen Projekte.

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Wie bist du zum Laufen gekommen?
Zum Laufen bin ich gekommen durch die Arbeit. Bei der Feuerwehr müssen wir uns ja immer fit halten. Jedoch laufe ich Wettkämpfe erst seit ca. 5 Jahren. Dazu hat mich ein guter Freund gebracht. Es war ein 5km Charity-Lauf. Es ging um nichts. Auch war er ohne Zeitwertung. Doch das Flair am Start und die Menschen an der Strecke haben mich angesteckt.
Was magst du am Laufen?
Laufen ist Freiheit. Nur Du und der Weg. Man lernt sehr viel über sich selbst: Was es heisst sich vorzubereiten auf lange Läufe, was es bedeutet, wie der Körper reagiert auf Belastung und was es bedeutet wenn man sein Ziel erreicht hat.
Wie läufst du normalerweise (Dauer, Tempo)?
Mein Lieblingstempo kommt auf meine Laune an. Aber wenn ich mich auf einen Lauf vorbereite versuche ich mich an den Plan zu halten. Aktuell bereite ich mich auf meinen ersten Ultramarathon vor. Da sind die Einheiten oft lange und das Tempo eher langsam.
Hast du eine Lieblingsrunde?
Nein. Es gibt keine Runde die ich gerne laufe. Jedoch bin ich gerne auf dem Land, Wald, Wiesen, Felder liegen mir deutlich mehr als die Stadt.
Läufst du alleine oder mit Freunden?
Anfangs lief ich immer alleine. Lauftreff’s oder Gruppen sind nicht so meins. Allein zu laufen hat mich besser zu mir gemacht. Ich weiss was geht und was nicht. Seit ca. einem halben Jahr laufe ich mit meiner Lebensgefährtin. Wir sind auf einer Wellenlänge und harmonieren sehr gut. Auch sie läuft sehr viel und so lassen sich sehr gut Erfahrungen austauschen.
Bist du Mitglied einer Laufvereinigung/Laufgruppe?
Ich bin Mitglied im Feuerwehrsportverein Frankfurt a.M. . Dort leite ich die Abteilung Feuerwehrsport.
Hast du Vorbilder im Laufen?
Gute Frage. Es gibt keine bestimmte Person die ich als Vorbild sehe. Doch Menschen die nicht nur an sich denken, und auch für andere da sind, das sind die mit denen ich mich gerne um gebe und vor denen ich Respekt habe.
Wie organisierst du dein Training? Wie passt das Training in deinen Tagesablauf?
Durch meinen Schichtdienst bin ich dahingehend sehr flexibel. Auch im Dienst haben wir ja auch Sport. So kann ich es je nach Vorbereitung auf mein jeweiliges Ziel anpassen.
Misst du deine Läufe/Distanzen/Zeiten mit einer App oder GPS-Uhr? Und wenn ja, mit welchem Programm?
Ja. Ich dokumentiere alles. Ich arbeite hier mit Garmin und Strava. Mit der Garmin-Connect App habe ich einen guten Übersicht über meine Strecken. Auch habe ich hier eine gute Übersicht darüber, in wie weit ich meine Schuhe benutzt habe mein Fahrrad an Kilometerleistung hinter sich hat.
Was ist deine Lieblings-Trainingseinheit?
Am liebsten laufe ich so für mich. Wenn ich mich mal nicht auf einen Lauf vorbereite. Einfach Schuhe an und los. Ohne Kilometerziel, ohne Pace die es einzuhalten gilt.
Was hat dir das Laufen gelehrt?
Es hat mich zwei Dinge gelehrt. Zum einen was es bedeutet zu trainieren und ein Ziel zu erreichen. Das man einem Körper Dinge beibringen kann, die er vorher noch nicht konnte und die man evtl. nicht für möglich gehalten hat. Und zum anderen, dass man mit dem Laufen sehr viel erreichen kann. Nicht für sich selbst, sondern für Andere. Ich laufe nicht nur für mich. Ich laufe für andere, denen es nicht so gut geht. Ich unterstütze Kinder, denen es nicht gut geht. Die nicht mehr lange zu leben haben.
Hörst du beim Laufen Musik? Wenn ja, was hörst du?
Nein. Ich kann mit Musik nicht laufen, das lenkt mich ab. Die einzige Ausnahme ist, wenn ich einen Treppenlauf-Wettkampf habe. Da muss laute harte Musik aufs Ohr, da brauche ich Ablenkung, damit ich den inneren Schweinehund nicht höre, der nach 10 Stockwerken schon stehen bleiben möchte.
Welches sind deine Ziele im Laufen? Gibt es z.B. einen bestimmten Lauf, den du mal machen möchtest oder eine Zeit die du erreichen willst?
Mein Ziel ist es mit dem was ich tue so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Ich möchte Menschen zeigen das es nicht viel braucht um erfolgreich zu sein. Jeder der auch nur  ein klein wenig an sich glaubt, kann Dinge erreichen die er nie für möglich gehalten hätte. Ich möchte mein Projekt voran treiben, womit ich den Kindern helfe.
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