„Ich habe gelernt aus meiner Komfortzone auszubrechen.“

Nicolet Aurèle (25) wohnt in Fribourg. Wir haben den Physik-Laboranten, dessen Lieblingsläufer Michel Lanne ist, zum Laufgespräch getroffen.

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Was magst du am meisten am Laufen?

Was ich wirklich wirklich geniesse ist das hohe Tempo auf technisch schwierigem Terrain zu fühlen. Deshalb laufe ich fast ausschliesslich in den Bergen.

Auf einem schmalen Gebirgskamm zu laufen, aufwärts hart zu pushen und dann so schnell wie möglich in steilen Passagen runterstürmen ist für mich die grösste Freude, welche ich beim Laufen erlebe.

Ich bin kein grosser Fan von Strassenläufen oder Läufe im flachen Gelände. Aber Interval- und Tempotraining mache ich trotzdem im Flachen. Die sind auch wichtig für meine Bergläufe.

Wie wurdest du Läufer?

Ich habe mit dem Laufen 2012 begonnen. Zuvor hasste ich Laufen. Dank meinem Vater war ich aber schon in meiner Kindheit in den Bergen.

Das war zwar „nur“ Wandern. Und ich dachte immer, dass dies viel zu langsam ist, wenn wir wieder den Berg runter gingen. Also rannte ich runter, mit riesigen Bergschuhen und einem Rucksack.

Ich hatte keine Ahnung, dass Berglauf und entsprechendes Equipment existiert. Dann, 2012, hat mich eine Freund auf eine kleine Runde mitgenommen. Und während des Laufs hat er von diesem berühmten Läufer Kilian Jornet erzählt, der fast ausschliesslich in den Bergen läuft.

Das hat mich neugierig gemacht. Und gleich nach dem Lauf habe ich mich über Kilian Jornet informiert und mochte seine Geschichte sofort.

Wie sieht dein Lauftraining aus? 

Das kommt vor allem auf die Jahreszeit an. Und ob ich mich auf ein Rennen vorbereite oder ausserhalb der Saison bin. Wenn ich mich auf ein Rennen vorbereite, dann versuche ich mich an einen Trainingsplan zu halten. Ich bin aber sehr schlecht darin.

Zu Beginn befolge ich einen Plan. Dieser war aber nicht auf mich abgestimmt und prompt habe ich mich mehrmals verletzt. Jetzt zählt vor allem das Gefühl. Ich gehe meistens in die Berge, um möglichst viel Berglauf zu trainineren. Wenn ich nicht in die Berge kann, dann mache ich auch Tempo-Training. Zum  Beispiel mit Intervallen. 

An den Wochenende gehe ich für lange Läufe in die Berge um lange Distanzen und vor allem Ausdauer zu trainieren.

Im Winter laufe ich meistens ein bisschen weniger, da ich viele Ski-Touren mache.

Hast du eine Lieblingsstrecke? 

Meine Lieblingsstrecke ist der „Vanil Noir„. Das ist der höchste Gipfel von Fribourg. Ein kurzer It is a short and technical run of 4km with 1100 altitude gain.

Da gibt es viele verschiene Routen und eine atemberaubende Aussicht. Von Frühling bis Herbst führen mich viele Läufe da rauf. 

Dort habe ich eine 14 Kilometer-Runde um einen Fluss. Meistens ist es dort flach und perfekt um am Tempo zu feilen.

 Was ist dein Lieblingstraining? 

Ich liebe Berglauf und Tempo. Wann immer möglich trainiere ich in den Bergen , mache Intervalle am Berg oder lange Bergläufe. Ich mag es zu leiden.

Läufst du alleine oder mit Freunden?

Bei spezifischen Trainings oder wenn ich pushen will, dann gehe ich alleine. Ich kann dann meinen eigenen Rhyhmus gehen. Aber mit anderen Leuten macht es mehr Spass. Wann immer ich die Gelegenheit habe, laufe ich mit Freunden.

Meine Freundin ist auch eine Bergläuferin. Meine besten Trainings und Rennen laufe ich, wenn wir zusammen sind! 

Bist du Mitglied eines Clubs?

Ich war in einem Laufverein. Das war aber vor allem für Strassenläufe. Da ich aber nur einmal pro Monat auf der Strasse trainierte, war ich kaum mit den Teamkollegen unterwegs. 

 Hast du Vorbilder beim Laufen?

Es gibt viele Läufer, welche ich mag. Einer von den ist Michel Lanne ist ein französischer Läufer, den ich für seine Echtheit mag. Ich habe mal 3 Tage mit ihm in den Bergen verbracht und genoss seine Leidenschaft für die Berge und wie er immer den Spass in jedem Lauf sah. 

Andere sind François d’Haene, Scott Jurek, Kilian Jornet & Emelie Forsberg. Diese Läuferinnen und Läufer inspirieren mich mit ihren Visionen des Berglaufs.

Wie organisierst du dein Training?

Bisher hatte ich Glück mit Verletzungen. Ich versuche nicht zu viel zu trainieren. Auch während Rennvorbereitungen laufe ich nie mehr als 4 Mal die Woche. Ich bin kein Morgenmensch. Läufe um 5.00 Uhr Morgens gibt es bei mir nicht. Ich laufe meistens nach der Arbeit. 

 Hörst du Musik, wenn du läufst?

Wenn ich aleine laufe, dann meistens mit Musik. Die Musik hilft mir mich zu fokusieren und hält die Motivation hoch, wenn es hart wird. 

Ich höre keinen spezifischen Musikstil. Langsame und coole Musik bei langsamen Läufen. Elektronische und Rock Musik, wenn ich pushen will.

Nutzt du eine App oder eine GPS-Uhr?

Ich habe eine Suunto Ambit watch und benutze das Movescount Programm. Ich finde das sehr nützlich, weil ich Training da planen und analysieren kann. 

Was hast du durch das Laufen gelernt?

Geduld… Wenn du dich erholen solltest, zieht es dich immer heraus zum Laufen. Aber mit der Zeit verstehst du, wie wichtig Pausen und Erholung sind. 

Ich habe gelernt aus meiner Komfortzone auszubrechen. Wenn du z.B. kurze Hügel-Intervalle machst, dann weisst du, dass du leiden wirst. Heute mag ich es, an die Grenzen des Körpers zu gehen.

Welche Ziele hast du beim Laufen?

Bis jetzt habe ich Rennen bis zu 60 Kilometer Länge gemacht. Ich mag lange und technisch schwierige Rennen. 

In naher Zukunft würde ich gerne mehr als 100 Kilometer laufen. Und irgendwann will ich den Marathon des Sables und das Lenin Race laufen.

 

 

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