„Ich weiss,dass ich mich nach Kilometer 50 besser fühle“

Brigitte Daxelhoffer (39) wohnt in Burgistein. Mit ihrem Projekt „Run for Hope“ läuft sie für benachteiligte Kinder und junge Frauen in Nepal. Wir haben die Arbeitspsychologin zum Laufgespräch getroffen.

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Brigitte, wie bist du zum Laufen gekommen?

Ich habe bereits als Kind gerne Sport getrieben und habe, wenn unser Vater jeweils die grossen Leichtathletikmeisterschaften im TV geschaut ha,t diese Sportler immer bewundert. Ich habe mir als Kind immer gewünscht, in deren Haut zu stecken und durch das Stadion zu sprinten.

Mit 26 jahren habe ich von einer verletzten Freundin einen Startplatz für einen Strassenmarathon erhalten und mich spontan dafür entschieden. Nach ein paar wenigen Strassenläufen habe ich meine Liebe für Bergmarathons entdeckt. Das Laufen alleine in den bergen, die unterschiedlichen Trails und die Natur haben mich gepackt.

Mit 28 jahren bin ich meinen ersten 78 km-Lauf in den Bergen gelaufen. Dann kamen 100er, der erste 200er (Irontrail) und dann merkte ich, dass mir die Ultra-Langdistanz liegt. Es folgten der MDS 257km, dann letztes jahr das Dragons Back Race mit 320km und 16’000hm.

Was magst du am Laufen?

Laufen heisst für mich Ruhe, innerer Frieden ,Erholung ,Glück. Ich bin einfach nur glücklich, wenn ich durch die Berge laufe. Ich mag die Stimmungen am Berg, die verschiedenen Wetterlagen, die wechselnden Jahreszeiten. Ich schätze die Ruhe, eins zu sein mit der Natur und natürlich das gemeinsame laufen mit meinen drei Hunden.
Dieses Glück, das ich beim Laufen empfinde, wollte ich immer gerne teilen. Das kann ich nun mit runforhope mit dem armen Kindern in Nepal Glücksmomente geschenkt werden.

Was hat dir das Laufen gelehrt?

nach einem strengen arbeitstag nach hause zu kommen,für meiner 7jährige tochter da zu sein,zu kochen und die tiere (hühner,hasen,hunde,katzen)zu versorgen ist für mich nach sehr langen läufen peanuts.ich merke,dass ich belastbarer geworden bin.als alleinerziehende mutter kann man nicht einfach die füsse hochlegen nach einem arbeitstag.die harten langen rennen haben mich zäher gemacht,ich kann besser durchbeissen und meine ruhepausen nach einem tag auf später verschieben.das training macht mich glücklich und entspannt.

Erzähl uns von deiner Stiftung

runforhope ist ein verein,welcher sich für benachteiligte kinder und junge frauen in nepal einsetzt.wir arbeiten zu 100%ehrenamtlich und die spenden gehen zu 100% an die kinder in nepal.
jedes jahr steckt sich runforhope ein neues härteres laufziel und investiert in ein projekt.

Wie hältst du so lange Läufe mental durch? An was denkst du bei diesen langen Läufen?

ich weiss,dass ich mich nach Kilometer 50 besser fühle. der anfang eines laufes ist immer hart für mich.nach 50km komme ich in einen rythmus und beginne den inneren frieden zu finden und freude zu empfinden.ich spüre dann meinen körper und fühle mich gut.
durchstehen:oft teile ich mir den lauf in etappen ein.dbr hat 5etappen.ich wusste,dass tag 1 der schlimmste ist und ich mich nach tag 2 gut fühlen werde.beim irontrail habe ich mir gesagt ich müsse 2 tage und 2 nächte laufen.das sind 4 etappen. etappe 1 ist immer am härtesten,dann kommt die bessere 2.,dann die 3.,welche ja bereits die 2. letzte ist und dann ist der mist im stall��
klar habe ich auch krisen.die meistere ich,in dem ich mir vorstelle,was  ich nun mit meiner tochter an diesem tag machen würde.ich kann so einen ganzen tag durchlaufen und sie mental in die schule schicken,mit den hunden laufen gehen,arbeiten,ställe misten,mittagessen kochen,mit meiner tochter in den schwimmkurs gehen,nachtessen kochen,sie ins bett bringen und die zeit läuft…
bei riesigen krisen stelle ich mir vor,dass die armen kinder jahre in schwierigen situation stecken und leiden-ich nur 1-5tage.das erscheint mir dann lächerlich wegen ein paar blasen zu jammern.
auch hilfreich ist für mich,dass ich mir sage:nach diesem lauf musst du 1monat nicht mehr laufen-ich freue mich immer enorm über diesen gedanken.kaum im ziel weiss ich aber,dass ich in 2 tagen wieder laufe.

Hast du Vorbilder im Laufen?

ich verfolge die karriere von christophe lemaitre.er ist sprinter und hürdenläufer.ich finde seine karriere aus dem nichts beeindruckend und ich mag seine bescheidene art.
ausserdem bewundere ich andrea huser,die ultraläuferin.sie ist stark und auch an ihr mag ich ihre bescheidene,fröhliche art.

8. Hörst du beim Laufen Musik? Wenn ja, was hörst du?

ich höre an wettkämpfen musik.vor allem in krisen.drum&bass oder chillout-musik.oft belohne ich mich mit musik auch.dh:beim marschieren darf ich keine musik hören,beim laufen jedoch schon.

9. Welches sind deine nächsten Ziele?

runforhope hat jedes jahr ein härteres ziel.
2014 100km eigerultratrail
2015 200km irontrail
2016 257km marsthon des sables
2017 320km dragons back race

2018 415km spine race (summer)
vor dem spine race werde ich trainingshalber  die schweiz durchqueren auf der via alpina von montreux nach vaduz-370 km 24000 hm
wir sammeln für „new light“,ein projekt,das kinder vor prostitution schützt.

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